Erst Vontobel, jetzt Cembra: Zürich muss endlich handeln

Mit Cembra plant die nächste Bank, ihren Hauptsitz aus Zürich wegzuverlegen. Rund 660 Mitarbeitende sollen künftig in Baden arbeiten. Für den Kanton und die Stadt ist das ein weiteres dramatisches Warnsignal: Der Standort braucht bessere Rahmenbedingungen und dringend eine Neuauflage des Steuerpakets.

Cembra will ihren Hauptsitz im Herbst 2027 von Zürich-Altstetten nach Baden verlegen. Erst Ende August hatte Vontobel angekündigt, ab 2030 über 1’500 Mitarbeitende an einem neuen Standort in Baar zusammenzuführen. Gleichzeitig stehen bei Zimmer Biomet in Winterthur bis zu 580 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Fälle haben unterschiedliche Ursachen. Sie zeigen aber, wie konkret der Wettbewerb um Unternehmen und Arbeitsplätze geworden ist.

«Wer Wirtschaftszentrum sein will, muss Unternehmen eine Zukunft bieten. Zürich kann nicht weiter erodieren mit hohen Steuern und schlechten Verkehrsbedingungen. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie andere Standorte unsere Arbeitsplätze abwerben», sagt Filippo Leutenegger, Präsident der FDP Kanton Zürich.

Die Folgen reichen über die betroffenen Unternehmen hinaus. Wo Hunderte Menschen arbeiten, entstehen auch Aufträge für Restaurants, Reinigungsunternehmen, Handwerksbetriebe und IT-Dienstleister. Werden Arbeitsplätze verlagert, kann das dieses ganze Umfeld treffen. Mit den Unternehmen steht zudem Steuerpotenzial auf dem Spiel, das Kanton und Gemeinden für ihre öffentlichen Aufgaben brauchen.

Der gestrige Ständeratsentscheid zur UBS droht die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes zusätzlich zu belasten. Umso dringender muss Zürich jene Standortbedingungen verbessern, die es selbst in der Hand hat.

Cembra verweist auf moderne Arbeitsräume und eine gute Verkehrsanbindung am neuen Standort. Doch dürften die extrem hohen Gewinnsteuern im Kanton Zürich eine Rolle gespielt haben. Denn dort besteht der grösste Handlungsbedarf: Der jüngste kantonale Steuerbelastungsmonitor weist Zürich bei der Unternehmensbesteuerung auf dem letzten Platz aus. Der Wirtschaftsmotor der Schweiz ist zu einer Steuerhölle für Unternehmen verkommen. Das ist nicht akzeptabel.

Für die FDP ist klar: Es braucht nach der abgelehnten Vorlage einen neuen, mehrheitsfähigen Anlauf zur steuerlichen Entlastung der Unternehmen – breit abgestützt mit weiteren Parteien im Kantonsrat. Gespräche sind derzeit im Gange.

«Es braucht jetzt dringend eine Neuauflage des Steuerpakets. Zürich darf nicht warten, bis der nächste Hauptsitz weg ist», fordert Claudio Zihlmann, Präsident der FDP-Kantonsratsfraktion.

Zürich verfügt über hervorragende Hochschulen, qualifizierte Fachkräfte und innovative Unternehmen. Diese Stärken sind kein Selbstläufer. Die FDP verlangt von Kanton und Städten eine Standort- und Verkehrspolitik, die erfolgreiche Unternehmen brauchen.

Kontakt:

  • Filippo Leutenegger, Präsident FDP Kanton Zürich, 079 447 99 07
  • Claudio Zihlmann, Präsident der FDP-Kantonsratsfraktion, 079 765 22 55